Effektivkosten / Gesamtkostenqoute
So findest Du Deine echten Kosten (3-Schritte-Check)
Um Deinen Rechner-Vergleich füttern zu können, musst Du wissen, was Dich Dein aktueller oder ein angebotener Vertrag wirklich kostet.
Schritt 1: Das richtige Dokument finden
Suche in Deinem Online-Banking oder Deinem Versicherungsordner nach dem Dokument „Produktinformationsblatt (PIB)“ oder der „Ex-ante Kosteninformation“. Banken und Versicherer sind gesetzlich verpflichtet, Dir dieses Blatt (meist nur 2-3 Seiten) vor jedem Abschluss auszuhändigen.
Schritt 2: Die „Effektivkosten“ identifizieren
Schau nicht auf die Fondskosten (TER) alleine! Suche gezielt nach der Kennzahl „Gesamtauswirkung auf die Rendite pro Jahr“ (oft auch als Effektivkosten bezeichnet). Dies ist die einzige Zahl, die alle Kosten – also Depotführung, Verwaltung, Transaktionskosten und Abschlussgebühren – in einer Prozentzahl zusammenfasst.
Schritt 3: Den Wert in den Rechner übertragen
Nimm diesen Prozentwert und trage ihn in das Feld „Effektivkosten TEUER“ ein. Jetzt siehst Du sofort, wie viel von Deiner staatlichen Förderung und Deiner Rendite am Ende bei der Bank hängen bleibt.
Der direkte Vergleich: Wo stehen die Anbieter?
| Kategorie | Typische Effektivkosten | Hintergrund |
| Gedeckeltes Standardprodukt | ca. 1,0 % p.a. | Das gesetzlich vorgeschriebene Basis-AV-Depot. Günstiger als alte Riester-Verträge, aber teurer als nötig. |
| Aktiv gemanagtes AV-Depot | 1,5 % bis 2,5 % p.a. | Hier mischt die Bank oft teure hauseigene Fonds bei. Trotz AVD-Mantel bleibt hier extrem viel Rendite liegen. |
| Selbstentscheider (ETF-Depot) | 0,5 % p.a. | Du nutzt kostengünstige ETFs im AVD-Mantel. Hier arbeitet Dein Geld (und die Förderung) fast ohne Reibungsverlust. |
Profi-Hack: Lass Dich nicht in die „Aktiv-Falle“ locken
Wenn Du mit einem Berater sprichst, wird dieser Dir oft zwei Optionen für Dein Altersvorsorgedepot (AVD) zeigen. So erkennst Du, was wirklich Phase ist:
1. Die „Standard-Nebelkerze“
Der Berater sagt oft: „Das Standardprodukt ist gesetzlich auf 1 % Kosten gedeckelt, aber es ist sehr starr. Ich empfehle Ihnen unsere Individual-Strategie für mehr Rendite.“
- Die Wahrheit: Sobald Du das Standardprodukt verlässt, fällt der gesetzliche Kostendeckel von 1,0 %. Viele „Individual-Strategien“ nutzen teure hauseigene Fonds, die die Effektivkosten auf 1,5 % bis 2,5 % hochtreiben.
- Dein Check: Frage konkret: „Ist dieses Produkt das zertifizierte Standard-AV-Depot? Wenn nein: Wie hoch ist die exakte Effektivkostenquote im Vergleich zum Standardprodukt?“
2. Das Zauberwort im PIB: „Reduction in Yield“
Im Produktinformationsblatt (PIB) steht die wichtigste Zahl meist in einer Tabelle unter dem Punkt „Gesamtauswirkung auf die Rendite pro Jahr“ (oft auch Reduction in Yield genannt).
- Was die Zahl bedeutet: Wenn Dein ETF 7,5 % macht und dort 1,2 % steht, landen bei Dir nur 6,3 %.
- Die Faustregel: * Unter 0,5 %: Top (Meist nur bei Neo-Brokern/ETFs).
- 0,5 % bis 1,0 %: Gut (Standardprodukt-Niveau).
- Über 1,0 %: Vorsicht! Hier zahlst Du für die Verwaltung und den Vertrieb oft mehr, als die staatliche Förderung Dir einbringt.
3. Der „Berater-Test“ (Die 10-Euro-Frage)
Frage Deinen Berater: „Wenn ich 100 € einzahle, wie viele Cent davon fließen direkt in den Kapitalmarkt und wie viele Cent gehen für Provisionen, Verwaltung und Depotgebühren drauf?“
- Kann er Dir das nicht auf den Cent genau sagen, steht der Profit des Anbieters über Deiner Rente.
Mein Tipp für den Rechner: Nutze den Wert aus dem PIB für das Feld „Effektivkosten TEUER“. Wenn Dein Berater Dir ein Produkt mit 1,8 % anbietet, gib genau diese 1,8 % ein. Vergleiche so die verschiedenen Anbieter untereinander und erkenne dein Sparpotential
